Das Bild zeigt das Logo der BAO Leer.Das Bild zeigt eine Collage (Inhalt: Studenten, Schloß Evenburg) .
Berufsakademie BAO Ostfriesland e.V.
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Berufsakademien als Partner der Wirtschaft

Ausgehend vom "Stuttgarter Modell" entstanden Mitte der 70er Jahre in Baden-Württemberg die ersten Berufsakademien. Zunächst wurden auf Betreiben von Unternehmen an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Stuttgart berufsbezogene Ausbildungsgänge eingerichtet mit dem Ziel, Abiturienten eine Alternative zum Universitäts- bzw. Fachhochschulstudium mit vergleichbaren beruflichen Entwicklungschancen zu bieten. Dabei ließen sich die Gründungsväter von dem Gedanken der "Beschäftigungsfähigkeit" der künftigen Absolventen in der Wirtschaft leiten.  Mit diesem Studium wurde eine Kombination von theorieorientiertem Studium und praktischer Ausbildung in den Unternehmen mit sechs Studiensemestern und sechs integrierten betrieblichen Ausbildungsphasen ermöglicht.

Die Grundstruktur dieses Konzeptes wurde vom Land Baden-Württemberg zur Errichtung staatlicher Berufsakademien übernommen.

Das Modell "Berufsakademie" wurde auch in anderen Bundesländern eingeführt. "Heute nutzen über 29.000 Studierende der 48 deutschen Berufsakademien die Möglichkeit, eine Ausbildung im Unternehmen mit dem Studium zu verbinden. Fast die Hälfte der Studierenden an den Berufsakademien sind Frauen." (Bundestags-Drucksache 16/4975 vom 05.04.2007). "Es hat sich gezeigt, dass die Absolventen der Berufsakademien durchaus gute Aufstiegswege in den Unternehmen vorzuweisen haben. Eine umfassende Karriereverlaufsstudie bei IBM hat gezeigt, dass die Absolventen der Berufsakademie schneller als andere in Führungspositionen aufsteigen (ebenda).

In Niedersachsen wurden Anfang 1990 die ersten Berufsakademien gegründet. Die Bildungsarbeit der nds. Berufsakadademien wurde 1994 durch die Verabschiedung des Niedersächsischen Berufsakademiegesetzes (Nds.BAkadG) auf eine rechtliche Grundlage gestellt. Gemäß Nds.BAkadG sind Berufsakademien Einrichtungen nichtstaatlicher Träger, die eine mindestens dreijährige wissenschaftsbezogene und zugleich praxisorientierte berufliche Bildung vermitteln. Berufsakademien sind nach Nds.BAkadG neben den Hochschulen Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs. Das Land darf sich an der Trägerschaft für eine Berufsakademie nicht beteiligen.

Die Berufsakademie Ost-Friesland e.V. (BAO) ist nach dem Nds.BAkadG staatlich anerkannt.

 

Die Berufsakademie Ost-Friesland (BAO) mit Sitz in Leer wurde 1995 gegründet. Seit 1996 bildet sie gemeinsam mit Unternehmen Fach- und Führungskräfte aus. Träger der BAO sind Unternehmen, Wirtschaftskammern und Verbände, Gebietskörperschaften der Region und die Stiftung Wirtschaftsakademie Ost-Friesland.

Auf der Basis der Hochschulzugangsberechtigung wird eine dreijährige wissenschaftsbezogene und zugleich praxisorientierte berufliche Bildung vermittelt (Studium im dualen System, Studium im Praxisverbund). Theoriephasen an der Akademie und Praxisphasen in Unternehmen wechseln sich ab und für über diese Kombination zu einer qualifizierten und zukunfsorientierten beruflichen Bildung.

Zielqulifikation ist der Bachelor of Business Administration oder Wirtschaftsinformatiker (BA). Während des Studiums absolvieren die Studenten zusätzlich eine IHK-Prüfung in einem nach deutschem Berufsbildungsrecht anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf (z.B. zum Industrie-, Informatik- oder Speditionskaufmann) Damit haben die Absolventen am Ende des Studiums zwei anerkannte Berufsabschlüsse. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Ausbildereignungsprüfung abzulegen.

Die BAO verbessert mit ihren Studienangeboten als "weicher" Standortfaktor die Struktur sowie die Attraktivität Ost-Frieslands. Sie ist Bestandteil einer aktiven Struktupolitik und Instrument der Wirtschaftsförderung. Der Abwanderung begabter und leistungsfähiger junger Menschen wird entgegengewirkt und das Innovationspotential in der Wirtschaft wird gestärkt.

"Die wesentlichen Merkmale des Berufsakademie-Studiums sind neben dem kurzen, komprimierten Studium der ständige Wechsel zwischen Theorie und Praxis mit entsprechender Reflexionsmöglichkeit für die Studierenden. Als weitere Besonderheit werden hervorgehoben die schnelle Anpassung der Studieninhalte an Entwicklungen in der Wirtschaft, Anwesenheitspflicht während der Theorie- und Praxisphasen und die frühzeitige Einbindung der Studierenden in die betrieblichen Ablufe. Viele dieser und weiterer Merkmale führen dazu, dass das Studium an einer Berufsakademie erfolgsorientiert und effizient ist und für Absolventen ein schneller Übergang in das Beschäftigungssystem ermöglicht wird."

(siehe Schmidt, Siegfried H.: Umfang und Bedeutung dualer Bildungssystem unter besonderer Berücksichtigung der Berufsakademien. Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung München, Beiträge zur Hochschulforschung, Heft 4, 2002)